Eine Hüpfburg ist schnell aufgebaut, macht Kinder glücklich und wird von Frühjahr bis Herbst immer wieder gemietet. Deshalb ist der Hüpfburgverleih für viele ein guter Einstieg ins Vermieten, nebenbei oder als Teil eines Eventverleihs. Ganz so einfach, wie es aussieht, ist es aber nicht. Auf einer Hüpfburg toben Kinder, und du trägst Verantwortung dafür, dass das Gerät sicher ist. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du beim Kauf achtest, welche Regeln für die Sicherheit gelten, wie du einen Preis kalkulierst und wie Übergabe, Reinigung und Saison gut laufen.
Lohnt sich ein Hüpfburgverleih?
Die Nachfrage nach Hüpfburgen ist stark an Wochenenden und an die warme Jahreszeit gebunden. Kindergeburtstage, Kommunion und Konfirmation, Hochzeiten, Vereinsfeste, Firmenfeiern und Stadtfeste sind die typischen Anlässe. Unter der Woche und im Winter ist es dagegen oft ruhig. Das solltest du von Anfang an einplanen.
Bevor du kaufst, lohnt ein Blick in deine Umgebung. Wer bietet schon Hüpfburgen an? Welche Größen und Motive gibt es? Und was kostet ein Wochenende dort? Frag auch Kitas, Vereine und Eventagenturen in deiner Nähe, ob sie Bedarf haben. Wenn du sowieso Bierzeltgarnituren, Zelte oder Stehtische vermietest, ist eine Hüpfburg eine gute Ergänzung. Viele Kunden buchen dann gleich mehrere Dinge zusammen. Mehr dazu findest du auf der Seite für Event-Vermietung.
Die richtige Hüpfburg kaufen
Für die gewerbliche Vermietung brauchst du eine Hüpfburg, die für den gewerblichen Einsatz gebaut ist. Modelle für den Garten zu Hause sind leichter und günstiger, halten den Dauerbetrieb aber oft nicht aus. Achte beim Kauf auf diese Punkte:
- Norm und Unterlagen: Der Hersteller sollte bestätigen, dass die Hüpfburg nach DIN EN 14960 gebaut ist. Dazu gehören eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache und Angaben zu Aufbau, Verankerung, Wind und Nutzerzahl.
- Material: Robustes, abriebfestes Planenmaterial mit sauber verarbeiteten Nähten.
- Größe und Gewicht: Passt die Hüpfburg durch ein Gartentor? Bekommst du sie allein oder zu zweit transportiert? Eine gepackte Hüpfburg ist schwer.
- Gebläse: Ein passendes Gebläse mit ausreichender Leistung gehört dazu. Plane ein Ersatzgebläse ein, wenn du mehrere Hüpfburgen hast.
- Zubehör: Erdnägel, Spanngurte, Ballast für feste Böden (zum Beispiel Sandsäcke oder Wassertanks), Unterlegplane, Aufprallmatte für den Eingang, Kabeltrommel und eine Transportkarre.
- Ersatzteile und Reparatur: Frag, ob es Reparaturmaterial gibt und wer bei größeren Schäden hilft.
Sicherheit: Norm, Aufsicht, Verankerung und Wind
Für aufblasbare Spielgeräte gibt es eine eigene Norm: die DIN EN 14960. Sie beschreibt, wie solche Geräte gebaut, geprüft und betrieben werden sollen. Eine Norm ist kein Gesetz. Im Schadensfall wird aber oft geschaut, ob der Stand der Technik eingehalten wurde. Und genau dafür ist die Norm ein wichtiger Maßstab. Halte dich deshalb an sie und an die Anleitung des Herstellers.
- Aufsicht: Eine Hüpfburg darf nie ohne Aufsicht benutzt werden. Mindestens ein Erwachsener muss die ganze Zeit dabei sein. Kläre im Mietvertrag, dass der Mieter dafür sorgt.
- Verankerung: Jeder Ankerpunkt wird genutzt. Auf Rasen mit Erdnägeln, auf Pflaster oder Asphalt mit ausreichend Ballast. Eine Hüpfburg, die nur auf dem Boden liegt, kann bei einer Böe abheben.
- Wind und Wetter: Der Hersteller nennt eine maximale Windgeschwindigkeit. Wird es windiger, oder zieht ein Gewitter auf, müssen alle Kinder sofort runter, und die Hüpfburg wird abgebaut. Bei Regen wird die Oberfläche rutschig.
- Untergrund und Abstand: Eben, frei von Steinen, Ästen und spitzen Dingen. Genug Abstand zu Mauern, Zäunen, Bäumen, Grill und Straße.
- Nutzerzahl und Größe: Nur so viele Kinder wie erlaubt, und am besten Kinder ähnlicher Größe zusammen. Große und kleine Kinder gemeinsam ist eine häufige Ursache für Verletzungen.
- Regeln beim Springen: Schuhe, Brillen, spitze Gegenstände und Essen bleiben draußen. Kein Klettern auf Wände und Türme.
- Strom: Das Gebläse läuft die ganze Zeit. Kabel so legen, dass niemand stolpert, und nur einwandfreie Verlängerungen nehmen.
Viele Hersteller und Versicherer erwarten außerdem, dass du die Hüpfburg regelmäßig prüfst und die Prüfung festhältst. Vor jeder Vermietung schaust du selbst nach Rissen, offenen Nähten, Löchern und dem Zustand der Ankerpunkte. In größeren Abständen, oft einmal im Jahr, sollte eine sachkundige Person das Gerät gründlich prüfen. Was genau verlangt ist, steht in der Anleitung und in deinem Versicherungsvertrag.
Versicherung und Gewerbe
Wer regelmäßig Hüpfburgen gegen Geld vermietet, braucht in aller Regel ein Gewerbe. Was dabei steuerlich wichtig ist, erklärt der Ratgeber Gewerbe, Kleinunternehmer und Steuern.
Ganz wichtig ist eine Betriebshaftpflicht. Sie springt ein, wenn durch dein Gerät jemand verletzt wird und man dir einen Fehler vorwirft, etwa weil eine Naht nicht hielt. Sag deinem Versicherer genau, was du tust: Vermietung von Hüpfburgen an Dritte, mit oder ohne Aufbau durch dich, mit oder ohne Betreuung vor Ort. Nicht jeder Vertrag deckt das von allein ab.
Für das Gerät selbst kann eine Versicherung gegen Diebstahl, Feuer oder Sturm sinnvoll sein. Welche Arten es gibt und wo die Lücken liegen, steht im Ratgeber Versicherung und Haftung beim Vermieten.
Preise kalkulieren: ein Rechenbeispiel
Viele schauen nur auf die Preise der Konkurrenz. Besser ist es, zuerst deine eigenen Kosten zu kennen. Dann weißt du, ab welchem Preis du wirklich etwas verdienst. Das folgende Beispiel ist frei angenommen. Setz deine eigenen Zahlen ein.
| Posten | Beispiel |
|---|---|
| Hüpfburg mit Gebläse und Zubehör | 2.400 € |
| Nutzungsdauer | 4 Saisons |
| Wertverlust je Saison | 600 € |
| Versicherung, Lager, Reparaturen, Werbung je Saison | 700 € |
| Feste Kosten je Saison | 1.300 € |
| Erwartete Vermietungen je Saison | 26 |
| Feste Kosten je Vermietung | rund 50 € |
| Reinigung und Material je Vermietung | 15 € |
| Kosten je Vermietung gesamt | rund 65 € |
In diesem Beispiel kostet dich jede Vermietung rund 65 €, bevor du überhaupt Zeit für Absprachen, Übergabe und Rückgabe berechnet hast. Ein Wochenendpreis von zum Beispiel 140 € lässt dir also Spielraum für deine Arbeit und für Monate, in denen weniger los ist. Bietest du Lieferung und Aufbau an, nimm dafür einen eigenen Preis, zum Beispiel nach Entfernung. Lieferung kostet Zeit, Sprit und oft eine zweite Person.
- Tagespreis und Wochenendpreis: Die meisten mieten von Freitag bis Sonntag oder Montag. Ein fester Wochenendpreis ist einfach zu verstehen.
- Saisonpreise: In der Hochsaison kannst du mehr verlangen als im April oder Oktober.
- Pakete: Hüpfburg mit Bierzeltgarnitur oder Zelt zum Paketpreis bringt größere Buchungen.
Wie du Schritt für Schritt kalkulierst, zeigt der Ratgeber Mietpreise kalkulieren. Schnell durchrechnen kannst du deine Zahlen im Mietpreis-Rechner.
Kaution und Mietvertrag
Eine Hüpfburg kann durch spitze Gegenstände, falschen Aufbau oder Grillfunken beschädigt werden. Eine Kaution sichert dich ab und sorgt dafür, dass Mieter sorgfältig mit dem Gerät umgehen. Die Höhe sollte im Verhältnis zum möglichen Schaden stehen und vorher klar genannt werden. Mehr dazu im Ratgeber Kaution bei der Vermietung.
Ein schriftlicher Mietvertrag gehört bei einer Hüpfburg unbedingt dazu. Darin sollte stehen:
- Mietzeit, Preis, Kaution und Zahlungsart
- Wer aufbaut und wer abbaut
- Pflicht zur ständigen Aufsicht durch einen Erwachsenen
- Regeln zu Wind, Regen und Gewitter
- Höchstzahl der Kinder und Altersempfehlung
- Zustand bei Übergabe und was bei Schäden passiert
- Regeln zur Reinigung und zu Gebühren bei starker Verschmutzung
Eine kostenlose Vorlage findest du unter Mietvertrag-Vorlage. Für die Kaution gibt es die Kautionsquittung. Was sonst in einen Vertrag gehört, steht im Ratgeber Mietvertrag für Gegenstände.
Übergabe, Rückgabe und Reinigung
- Vor der Übergabe prüfenHüpfburg kurz aufblasen, Nähte, Netze und Ankerpunkte ansehen, Zubehör zählen.
- Übergeben und erklärenAufbau, Verankerung, Gebläse und Sicherheitsregeln zeigen. Zustand mit Fotos festhalten und unterschreiben lassen.
- Rückgabe gemeinsam ansehenIst alles da? Gibt es neue Schäden oder starke Verschmutzung? Halte das schriftlich fest, bevor du die Kaution abrechnest.
- ReinigenGras, Sand und Krümel ausfegen, Flecken mit mildem Reiniger abwischen. Scharfe Mittel greifen das Material an.
- TrocknenNie nass einlagern. Eine feucht verpackte Hüpfburg kann in wenigen Tagen schimmeln und stinken. Lieber noch einmal aufblasen und trocknen lassen.
Plane zwischen zwei Vermietungen genug Zeit für Prüfung, Reinigung und Trocknung ein. Gerade nach einem verregneten Wochenende brauchst du dafür oft einen ganzen Tag. Eine fertige Liste für Übergabe und Rückgabe findest du im Ratgeber Übergabeprotokoll und als Vorlage unter Übergabeprotokoll zum Ausfüllen.
Die Saison planen
Die meisten Hüpfburgen werden zwischen Mai und September gemietet, und viele Anfragen kommen Wochen vorher. Wer früh sichtbar ist, bekommt die guten Wochenenden. Deshalb lohnt es sich, schon im Winter Fotos, Preise und Bedingungen fertig zu haben.
- Im Winter: Hüpfburg prüfen und reparieren, Prüfung erledigen, Preise festlegen, Fotos machen.
- Im Frühjahr: Werbung starten, Kitas, Schulen und Vereine ansprechen, Termine für Kommunion und Konfirmation im Blick haben.
- In der Saison: Wetterbericht verfolgen, Mieter bei Sturmwarnung vorher anrufen, Puffer zwischen Buchungen einplanen.
- Im Herbst: Gründlich reinigen, ganz trocken einlagern, Saison auswerten.
Damit dir ein Wochenende nicht doppelt zugesagt wird, gehört jede Anfrage sofort an eine Stelle. Wie das klappt, steht im Ratgeber Doppelbuchungen vermeiden. Ideen für mehr Anfragen findest du unter Mehr Kunden für deinen Verleih.
Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Gesetze und Grenzwerte können sich ändern; in deinem Einzelfall hilft dir eine Anwältin, ein Anwalt oder dein Steuerbüro weiter.
Stand: 03.11.2026 · Maik Söllner