Zu billig vermietet, und der Artikel verdient nicht einmal seine Reparaturen. Zu teuer, und die Kunden gehen zur Konkurrenz. Der richtige Mietpreis liegt dazwischen – und du kannst ihn mit einer einfachen Rechnung finden. Hier zeigen wir dir den Weg in vier Schritten, mit Rechenbeispiel.

Schritt 1: Alle Kosten eines Jahres zusammenzählen

Starte mit dem, was dich ein Artikel pro Jahr kostet. Dazu gehört mehr als der Kaufpreis:

  • Wertverlust: Kaufpreis geteilt durch die Jahre, die der Artikel hält. Ein Anhänger für 1.800 € hält vielleicht 8 Jahre, das sind 225 € im Jahr.
  • Wartung und Reparatur: Reifen, Ersatzteile, Prüfungen, Verschleiß.
  • Versicherung, Steuer, Zulassung: vor allem bei Anhängern und Fahrzeugen.
  • Lager und Reinigung: Platz kostet Geld, Reinigungsmittel und Zeit auch.

Schritt 2: Realistische Auslastung schätzen

Wie viele Tage im Jahr ist der Artikel wirklich vermietet? Sei hier ehrlich. Ein Anhänger ist in vielen Regionen an 60 bis 120 Tagen unterwegs, meist gebündelt an Wochenenden und zum Monatsende. Ein Partyzelt vielleicht nur an 25 Wochenenden. Wer mit 300 Miettagen rechnet, setzt seinen Preis zu niedrig an.

Die Zahlen hast du schon Wenn du deine Buchungen digital erfasst, kennst du die Auslastung nach wenigen Monaten genau – und kannst deinen Preis mit echten Daten nachschärfen.

Schritt 3: Tagespreis ausrechnen

Jetzt teilst du die Jahreskosten durch die Miettage. Das Ergebnis ist dein kostendeckender Tagespreis – darunter verlierst du Geld. Dazu kommen deine Zeit für jede Vermietung und ein Gewinnaufschlag:

Rechenbeispiel: Kastenanhänger, 750 kg
PositionBetrag
Wertverlust (1.800 € über 8 Jahre)225 € / Jahr
Wartung, Reifen, Prüfung150 € / Jahr
Versicherung und Steuer110 € / Jahr
Kosten im Jahr485 €
Geschätzte Miettage80 Tage
Kosten je Miettag (485 € : 80)6,06 €
Deine Zeit je Vermietung (20 Min. à 30 €/Std.)10,00 €
Kostendeckend16,06 €
Gewinnaufschlag 40 %6,42 €
Empfohlener Tagespreisrund 22,50 €

Wichtig ist der Posten „deine Zeit“. Übergabe, Einweisung, Rücknahme und Reinigung kosten auch dann Zeit, wenn der Artikel nur zwei Stunden unterwegs ist. Genau deshalb lohnen sich sehr kurze Mieten nur mit einem eigenen Stundenpreis oder einer Mindestmietdauer.

Schritt 4: Mit dem Markt abgleichen

Dein ausgerechneter Preis ist die Untergrenze. Schau dir jetzt an, was andere in deiner Gegend verlangen. Liegst du deutlich darunter, verschenkst du Geld. Liegst du deutlich darüber, brauchst du gute Gründe: besserer Zustand, Zubehör inklusive, Lieferung, längere Öffnungszeiten oder eine besonders einfache Buchung.

Staffelpreise: Stunde, Wochenende, Woche, Monat

Längere Mieten sparen dir Arbeit: eine Übergabe, eine Rücknahme, eine Reinigung. Diesen Vorteil gibst du mit Staffelpreisen weiter. Bewährt haben sich diese Faustregeln:

Faustregeln für Staffelpreise
ZeitraumÜblicher PreisBeispiel bei 22,50 € / Tag
Stunde (Mindestens 2–3 Std.)etwa 25–35 % des Tagespreisesca. 7 €
Wochenende (Fr–Mo)etwa 1,5–2 Tagespreiseca. 39 €
Wocheetwa 3,5–5 Tagespreiseca. 90 €
Monatetwa 2,5–3,5 Wochenpreiseca. 270 €

Wichtig: Überleg dir, was bei angebrochenen Zeiträumen passiert. Eine Woche und zwei Tage – rechnest du die zwei Tage einzeln ab oder volle Tage? Entscheide das einmal und bleib dabei, das schafft Vertrauen.

Preise je Stunde, Tag, Woche und Monat an einem Artikel in MietPlaner
In MietPlaner hinterlegst du je Artikel Preise für Stunde, Tag, Woche und Monat.

Rabatte gezielt einsetzen

Rabatte sind ein gutes Werkzeug – wenn du sie bewusst einsetzt. Ein Stammkundenrabatt belohnt Treue. Ein Rabatt in der Nebensaison füllt ruhige Wochen. Ein Paketpreis (Zelt + Garnituren + Licht) verkauft mehr je Buchung. Pauschale Rabatte „weil der Kunde gefragt hat“ drücken dagegen nur den Gewinn.

  • Rabatt in Prozent für Stammkunden oder Vereine
  • Fester Betrag für Pakete („3 Artikel, 15 € günstiger“)
  • Nebensaison-Preise für die ruhigen Monate
  • Nie auf die Kaution – die bleibt immer voll

Stand: 25.09.2026 · Redaktion MietPlaner